Die Zeit vergeht hier wirklich viel zu schnell… Schon wieder einige Tage seit dem letzten Beitrag vergangen. Gar nicht so leicht sich zu erinnern, was in der Zeit alles so passiert ist :-). Ich versuch es mal…
Nachdem wir die erste Nacht in Puerto Varas verbracht hatten, haben wir ein wenig die Umgebung erkundet. Wir sind nach Petrohué gefahren. Unterwegs konnnten wir den Vulkan Osorno, der dort alles überschattet, von allen Seiten bewundern. Außerdem sind wir noch an schönen Wasserfällen vorbei gekommen, die sich in das Lavagestein gegraben haben. In Petrohué gab es einen schönen See auf dem wir eigentlich eine Kanutour geplant hatten aber hier ist gerade noch nicht wirklich Saison und viele Sachen haben noch geschlossen, so konnten wir auch keine Kanus leihen. Alternativ wurden wir jedoch mit einem kleinen Motorboot über den See geschippert. Das war auch sehr nett und auch gar nicht anstrengend ;-). Auf dem Rückweg wollten wir uns dann den Vulkan auch noch ein bisschen näher anschauen. Bis zu einer bestimmten Höhe kann man mit dem Auto hinauf fahren und dort genossen wir die schöne Aussicht und schauten uns ein wenig um. Dann ging es zurück nach Puerto Varas.
Der nächste Tag begrüßte uns sehr grau und wir machten uns im Dauerregen weiter auf Richtung Norden. Wir fuhren nach Osorno und von dort aus an die Küste nach Bahía Mansa. Die Strecke führte durch eine sehr schöne Landschaft und endete am tosenden Meer. Da es aber leider den ganzen Tag nicht aufhörte zu regnen, stiegen wir kaum aus und verbrachten fast den ganzen Tag nur im Auto. Wir fuhren zurück nach Osorno, um dort zu nächtigen. Wir waren ja eigentlich schon vorgewarnt aber Osorno ist wirklich keine schöne Stadt und auch die Unterkunft war nicht so schön. Der Regen verstärkte diesen Eindruck wahrscheinlich noch.
Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Pucón. Auch hier kamen wir durch landschaftlich sehr schöne Gebiete, doch weiterhin im Dauerregen. Das bedeutete wieder, dass wir die Landschaft überwiegend aus dem Auto heraus genossen und nicht viel ausstiegen. In Pucón angekommen, schauten wir uns noch ein wenig die Stadt an. Danach machten wir uns zu unserer supertollen Unterkunft bei Bekannten auf. Da die Sonne ein wenig hervor blinzelte, machten wir noch einen kurzen Spaziergang dort in der Gegend und dann ging schon ein weiterer Tag zu Ende.
Der nächste Tag erwartete uns erneut mit Dauerregen. Den Vulkan Villarica, der ansonsten direkt aus unserem Fenster zu sehen wäre und das Wahrzeichen dieser Region ist, hatten wir bisher noch nicht zu Gesicht bekommen… Wir machten uns auf den Weg Richtung Nationalpark Villarica und machten eine zweistündige Wanderung, bei der wir uns durch den Schlamm kämpften. Das Wetter hatte weiterhin kein erbarmen und es regnete und regnete. Wir machten aber mal wieder Bekanntschaft mit einigen Tieren. Bei den Wanderungen und auch Autofahrten ist man aber auch irgendwie immer wieder überrascht, wenn plötzlich Kühe, Pferde, Schafe, o.ä. plötzlich vor einem auf dem Weg stehen. Eigentlich müsste man sich ja mittlerweile dran gewöhnt haben. Nach der Wanderung ging es in eine heiße Quelle, die es hier auf Grund der vielen Vulkane überall gibt. Das war wirklich sehr schön. Wir saßen in einer warmen Quelle in einem kleinen mit natursteinen eingefassten Pool und neben uns floß ein Fluss entlang. Von oben kam weiterhin der Regen, der dann aber auch gar nicht mehr störte. So haben wir diesen verregneten Tag sehr schön verbracht. Unsere Klisches von Südamerika werden hier übrigens so gar nicht erfüllt. Es ist total grün, überall blüht es und dann regnet es auch noch. Wir dachten irgendwie es wäre sonniger, trockener und staubiger. Aber dann ist es so, wie wir es nun kennen lernen vielleicht sogar schöner.
Der nächste Tag begrüßte uns mit…SONNE! Außerdem sahen wir, wie versprochen, den Vulkan aus unserem Fenster. Mit seiner verschneiten Spitze sah dieser auch wirklich sehr beeindruckend aus. Nach ein paar Erledigungen in Pucón machten wir uns auf den Weg in den Nationalpark Huerquehue zu einer Wanderung. Zunächst ging es ziemlich seicht an einem See entlang und an einem Bauernhof vorbei. Danach schlängelte sich der Weg jedoch wieder ziemlich steil nach oben und wir machten einige Höhenmeter gut. Zwischendurch gab es noch Abzweigungen zu wunderschönen Wasserfällen, die aber natürlich auch immer einige Meter nach unten führten und wir dann wieder nach oben auf den Hauptweg zurück mussten. Dies war ein weiterer anstrengender Aufstieg in Chile. Zwischenzeitlich wurden wir jedoch mit tollen Aussichten belohnt. Oben angekommen, fanden wir uns in einem schönen Wald mit mehreren Seen wieder. An einem dieser Seen machten wir Rast, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Dieser war auch nicht ohne, da der Weg wirklich sehr matschig war. Nach 5 1/2 Stunden kamen wir geschafft wieder an unserem Auto an. Nach einem Abendessen in Pucón, fielen wir müde ins Bett.
Am nächsten Tag mussten wir uns leider von der tollen Unterkunft und unseren netten Gastgebern verabschieden. Wir waren aber natürlich auch gespannt und machten uns bei schönstem Sonnenschein weiter Richtung Norden auf. Nach einer Passüberquerung mit schöner Aussicht schlängelten wir uns Richtung Nationalpark Conguillo, den wir eigentlich durchqueren wollten, um zu unserem nächsten Ziel zu gelangen. Doch obwohl wir schon viele Dinge mit unserem Auto hier gemeistert haben, mussten wir hier kapitulieren. Die großen Bodenwellen und die riesen Wasserpfützen bei denen wir jedesmal bangen mussten wie tief sie nun sind und ob wir durchkommen, trübte die Fahrfreude ein wenig. Mit dem Motor in dem Auto, der noch nicht einmal den Namen verdient, trauten wir uns dann irgendwann doch nicht mehr weiter. Eigentlich sehr schade, denn der Nationalpark war sehr schön. Auf jeden Fall ging es dann wieder zurück und der Park wurde weiträumig umfahren. Dies kostete uns einige Kilometer und Zeit. An diesem Tag spürten wir mal wieder sehr deutlich, wie anstrengend das Fahren auf unbefestigten Straßen sein kann. Man muss wirklich sehr konzentriert sein, da auch immer mal wieder Schlaglöcher auftauchen oder Tiere auf der Straße stehen können. Wir fuhren durch eine schöne Landschaft, waren dann aber auch froh als wir nach einem langen Tag mit Auto fahren an unserer Unterkunft in der Nähe von Malalcahuello ankamen. (@ Richard: die Grüße an Ivana sind überbracht und natürlich sollen wir auch zurück grüßen)
Nach dem vorherigen langen Autofahrtag entschieden wir uns heute (ja, da sind wir jetzt schon angekommen) noch eine Nacht länger zu bleiben und einen autofreien Montag zu machen. Das Wetter ist wirklich sehr wechselhaft hier und heute war wieder grau und regnerisch. Das kam uns aber auch ganz gelegen und wir gingen den Tag ein wenig ruhiger an. Mittags machten wir uns dann aber auch noch auf den Weg auf eine vierstündige Wanderung, die mal keine großen Steigungen enthielt. Das war wirklich sehr entspannend und wir erwischten auch tatsächlich die Zeit des Tages, in der es die meiste Zeit nicht regnete und man sogar teilweise die Sonne erahnen konnte. Danach hatten wir wieder Zeit uns auszuruhen bis wir dann gemütlich unser Abendbrot zu uns nahmen und nun den Abend ausklingen lassen. So ein gemülicher Tag ist auch echt mal schön!
Morgen setzen wir dann unsere Fahrt Richtung Norden fort…to be continued.
-
-
Auf dem Weg von Puerto Varas nach Petrohué – Vulkan Osorno
-
-
Auf dem Weg nach Petrohué – Alpakas
-
-
Die Wasserfälle von Petrohué
-
-
Der Regen hat ja auch was Gutes – ein tollen Regenbogen
-
-
Pucon – hier gibt es so viel Ginster, der schön viel Farbe in die Landschaft bringt
-
-
Bei unserer Wanderung Ausblick auf den Vulkan Villarica und den See von dem aus wir gewandert sind.
-
-
Unser schöner Rastplatz bei der Wanderung