Von Puerto Natales machten wir uns also am Freitag auf den Weg in den Nationalpark Torres del Paine. Schon der Weg dorthin war sehr schön. Es ist unglaublich wie eine Landschaft gleichzeitig so weit aber auch bergig sein kann. Der Weg wurde für uns zu einem kleinen Erlebnis als dann plötzlich die geteerte Straße endete und wir nur noch auf Schotterpisten fuhren für die nächsten Tage. Zum Glück gewöhnten wir uns schnell daran und machten uns nicht mehr all zu große Sorgen um das Auto.
Neben der tollen Landschaft, sahen wir auch viele Tiere. Neben den bekannten, wie Schafen, Kühen und Pferden, die hier massenweise am Straßenrand grasen und die momentan auch alle Junge bekommen haben. (Kleiner Exkurs: es ist einfach total merkwürdig, dass hier Frühling ist. Alles erwacht aus dem Winterschlaf, die Bäume sind hellgrün, die Tiere bekommen ihre Jungen und zwischendurch guckt man und denkt, die Blätter haben sich gefärbt aber dann sind es Blüten. Man ist halt überhaupt nicht auf Frühling eingestellt und muss immer wieder neu überlegen. Das ist gerade extremer als der Jetlag, der ja auf Grund der geringen Zeitverschiebung auch gar nicht so schlimm ausfällt.) Zurück zu den Tieren, nun nämlich zu den in Deutschland nicht heimischen. Ganz viele Guanakos haben wir gesehen, die dort in Herden durch die Gegend laufen und auch einige Nandus, die aber leider vor unserer Linse immer geflüchtet sind.
Nachdem wir im Nationalpark angekommen waren, wurde die Landschaft immer atemberaubender. Das bedeutete wir kamen nicht nur wegen der Schotterstraßen sehr langsam voran, sondern auch weil wir viel anhielten und die Landschaft genossen und natürlich auch gaaanz viele Fotos machten. Außerdem machten wir noch eine zweistündige Wanderung, die auch durch eine (wie sollte es auch anders sein?) wundervolle Landschaft führte und an einem kleinen See und einem schneebedeckten Berg mit Gletscher endete. Das ist echt Wahnsinn, wenn man da steht und plötzlich ein „Donnergrollen“ hört und dann riesige Schneemassen runter kommen. DIe Wanderung war wirklich sehr schön. Zurück am Auto machten wir uns langsam auf den Weg zu unserer Unterkunft und so ging der erste Tag im Nationalpark dem Ende zu.
Am nächsten Tag hatten wir eine Wanderung zu dem Wahrzeichen des Parks geplant, zu den Torres del Paine. Das sind drei turmartige Grantifelsen, die an einem kleinen See liegen. Morgens begrüßte uns der Tag mit Dauerregen und sehr starkem Wind aber diese Wanderung wollten wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Los ging es dann auch regenfrei und mit ein paar Sonnenstrahlen. Das erste Stück ging sehr steil nach oben und wir ahnten, dass diese Wanderung kein Sonntagsspaziergang wird… Als wir auf einer gewissen Höhe angekommen waren, fing es dann auch an zu schneien. Wir gingen auf einem sehr schmalen Weg oberhalb einer Schlucht entlang, in der sich unten ein Fluß entlang schlängelte. Dort kamen uns dann auch noch Pferde entgegen… Nach dem wir den Kamm erreicht hatten, ging es auch langsam wieder nach unten bis zu dem Fluß hinunter und dann auch eine Stückchen dran entlang. Dann wanderten wir eine zeitlang in einem schönem Wald entlang, wo es immer mal wieder hinauf und hinab ging und wir auch sehr abenteuerliche Holzbrücken überquerten. Dieses Stück war wirklich sehr schön zu laufen. Doch als wir uns dann dem Ziel sehr nah wähnten, kam der anstrengendste Teil! Wir mussten uns eine Stunde lang einen sehr steilen Berg hinauf kämpfen bzw. hinaufkraxeln. (Wer den einen steilen Teil von Schierke zum Brocken kennt mit den vielen großen Steinen auf den Weg, kann es sich vielleicht ein bisschen vorstellen. Diese Strecke war nur viel länger und steiler.) Das war wirklich sehr, sehr anstrengend und eigentlich dachte ich, dass ich einigermaßen fit bin… Auf jeden Fall sind wir dann doch irgendwann oben angekommen und waren glücklich, dass wir es geschafft hatten. Von den drei Türmen war leider nichts zu sehen, da sie vollkommen in den Wolken verschwanden. Wir machten ein kurzes Picknick und konnten zwischenzeitlich, als die Sonne ein wenig raus kam sogar die Türme in den Wolken erahnen. Da es dort oben aber ziemlich windig war, machten wir uns auch bald an den Abstieg. Auf dem Rückweg sahen wir noch einen tollen zum Teil roten Vogel, der wohl seinem Verhalten nach eine Art Sprecht sein muss. (Hier sieht man eh sehr viele bunte Vögel. Sehr hübsch, auch wenn es Vögel sind.) Danach machten wir noch eine kurze Rast in einer Hütte und dann kamen wir nach ca. 20 km mit vielem Auf und Ab und einer 7stündigen Wanderung wieder an unserem Auto an. Wir waren ziemlich kaputt, hatten aber eine wirklich schöne Wanderung hinter uns gebracht.
Der nächste und letzte Tag im Nationalpark wurde etwas gemütlicher angegangen. Wir machten uns auf den Weg zum Lago Grey, wo wir eine dreistündige Schiffahrt machten, die als Highlight ziemlich nah an einem Gletscher vorbei führte. Diese riesen Eismassen, die wir dort zu Gesicht bekamen, waren wirklich unglaublich schön. Diese unterschiedlichen Farben und Formen, die das Eis annehmen kann, sind unbeschreiblich. Wir haben sogar gesehen, wie ein riesen Stück von dem Gletscher abgebrochen und ins Wasser gefallen ist, das war auch ein Schauspiel. Wirklich, wirklich toll diese Schifffahrt! Nach einem kleinen MIttagssnack machten wir uns dann auch langsam auf den Weg zurück nach Puerto Natales. Es war schon ein wenig schade den Nationalpark wieder verlassen zu müssen. Es hat uns dort sehr gefallen. Aber auch die Rückfahrt war wieder sehr schön und in Puerto Natales hatten wir glücklicherweise eine sehr schöne Unterkunft mit dem Blick aufs Wasser und die schneebedeckten Berge. Wir ließen den Abend noch bei einem sehr leckeren Essen ausklingen und fielen geschafft und glücklich ins Bett.
Den nächsten Tag ging es dann wieder von Puerto Natales nach Punta Arenas zurück, von wo wir dann wieder Richtung Norden nach Puerto Montt flogen. Auf dem Flug konnten wir dann übrigens die Torres del Paine noch in ihrer vollen Pracht sehen, wo wir sie bei unserer Wanderung nicht bewundern konnten. In Puerto Montt wurden wir vom Flughafen abgeholt und zu unserer Unterkunft nach Puerto Varas gebracht. Mittlerweile war es schon ziemlich spät und wir aßen nur noch was und überlegten uns, was wir am nächsten Tag machen wollten. Mit dieser Schilderung geht es dann demnächst weiter…
- Guanako im Nationalpark
- Wasserfall im Nationalpark
- Einfach tolle Landschaft!
- Erste kurze Wanderung: Sooo schön!
- Wanderung: Ausblick vom ersten Aufstieg
- Wanderung: entgegenkommende Packpferde
- Der Fluß, der uns eine lange Zeit begleitete
- Wanderung: Wasserfall
- Schönen Vogel auf der Wanderung entdeckt
- Gletscher
- Gletscher 2
- Gletscher 3
- Gletscher 4
- Gletscher 5
- Rückfahrt: Selbst die Autofahrten sind toll!
- Einfach nur toll!
- Die Türme vom Flugzeug aus!


















Hallo,
puuhhh, die sind aber atemberaubend, die Bilder.
Und das alles in echt sehen, das muss wunderschön sein.
Genießt es.
Liebe Grüße
Mama
Hallo Ihr Lieben,
Euer Bericht, noch mehr aber die Bilder -super die Gletscher- wecken Fernweh!
Weiter so!
Liebe Grüße -und wenn Ihr die Swissandina erreicht – auch an Ivana
Katrin und Richard