Kootenay National Park

Wie gesagt machten wir uns in Richtung des nächsten Nationalparks auf. Wir fuhren ein bisschen weiter in östlicher Richtung und bogen dann aber nach Süden ab. Auf unserer Strecke kamen wir zunächst an der kontinentalen Wasserscheide entlang, das heißt alles Wasser auf der einen Seite fließt in den Atlantik und alles Wasser auf der anderen Seite in den Pazifik. Schon irgendwie spannend.
Unsere weitere Fahrt führte uns am Marble Canyon vorbei. Hier hat sich das Wasser ganz schön tief in den Fels gegraben. An dem Canyon liefen wir ein bisschen entlang und dank einiger Brücken hatten wir auch sehr schöne Einblicke. Echt Wahnsinn, was die Natur so alles tolles hervorbringt.
Ein paar Autominuten weiter machten wir eine kleine Wanderung zu den sogenannten Paint Pots. Der Boden dort ist so eisenhaltig, dass er rotbräunlich bzw. ockerfarben ist. Das hatte ich mir ehrlich gesagt ein bisschen spektakulärer vorgestellt. Teilweise sah es einfach aus wie Baustellenschlamm oder so. An manchen Stellen waren die Farbspiele jedoch sehr schön anzusehen.
Auf unserem weiteren Weg kamen wir noch an einem schönen Aussichtspunkt vorbei und hielten am Olive Lake. Dort hing dann plötzlich einer kleiner Bär am Baum, der dann aber leider das Weite suchte bevor wir die Fotoapparate parat hatten und ihn so nur noch von der Seite und hinten drauf hatten. Mist! Aber das Bild, wie der kleine Bär da am Baum hing war wirklich super, sooo süß. Wir stiegen dann lieber mal nicht aus, da Mama-Bär bestimmt auch irgendwo in der Nähe war.
Dann kamen wir in Radium Hot Springs an, wo wir uns mal wieder eine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte suchten. Hier wurden wir in einem Motel fündig, was von einem Ehepaar geleitet wird, was vor 15 Jahren aus Deutschland ausgewandert ist. Echt spannend und auch schön ein paar Dinge mal wieder auf deutsch besprechen zu können. Wir sahen uns in dem Örtchen noch ein wenig um und gingen abends in einen Pub essen, wo es dann auch noch Live Musik gab. Das war lecker und sehr nett.
Am nächsten Tag machten wir uns auf zu einer Tageswanderung bei der wir über 1000 Höhenmeter hinter uns bringen sollten. Aber es wurde uns versichert, dass kaum noch Schnee liegt. Los ging es über einen Trampelpfad durch den mal wieder sehr schönen Wald. Die erste Zeit sind wir ganz schön nass geworden, nicht weil es regnete, sondern weil die Pflanzen am Wegesrand noch nass waren und ziemlich dicht am Weg standen und über den Weg ragten. Da aber sehr schönes Wetter war trockneten wir auch ziemlich schnell wieder. Der Weg ging natürlich stetig nach oben aber eigentlich sehr moderat. Es kamen zwischendurch immer wieder gerade Stücken oder wir gingen ein Stück nach unten. Auf unserem Weg nach oben kamen wir an tollen blühenden Frühlingswiesen vorbei, überquerten Flüsse und kamen der Baumgrenze stetig näher. Das letzte Stück ging es dann nochmal ziemlich steil nach oben und wir gingen irgendwann auf einem ziemlich schmalen Weg am Berghang entlang, das war auch spannend. Teilweise ging es dann auch auf allen Vieren weiter, da es steil und matschig war. Aber wir hatten schon auf dem Weg tolle Ausblicke und kamen auch irgendwann oben an. Juchu :-). Diesen Weg konnte man mit einem anderen verbinden und so konnten wir einen anderen Weg runter gehen und einen Rundtour daraus machen, sehr schön. Zunächst nahmen wir den falschen Abzweig, der noch ein bisschen an dem Berghang entlang ging und uns auch nochmal schöne Aussichten bescherte. Nachdem dieser aber endete und wir bereits auf dem Weg noch einen anderen Weg ins Tal runter entdeckt hatten, kehrten wir um und nahmen den. Da mussten wir dann übrigens doch noch durch Schnee, aber nur ganz kurze Stücken, also kein Problem. Auf dem Weg runter gab es dann auch wieder sehr schöne Wiesen und wir gingen lange Zeit an einem Fluss entlang, auch wieder sehr idyllisch. Irgendwann kamen wir dann wieder am Highway an, an dem wir leider noch ein kurzes Stück entlang laufen mussten um zu unserem Auto zu gelangen. Aber unser Auto kam glücklicherweise schnell in Sicht, mittlerweile waren wir auch ganz schön geschafft. Zur Belohnung ging es abends noch mal in den Pub.
Am nächsten Tag brachen wir dann erneut wieder auf und fuhren Richtung Banff. Auf dem Weg hatten wir eine weitere Wanderung eingeplant. Diese sollte, nach der gestrigen, anstrengenden Tageswanderung, eine kürzere ca. dreistündige Wanderung zum Stanley Glacier werden. Diese war auch sehr schön, es ging natürlich wieder nach oben (wohin auch sonst?) aber der Anstieg war die meiste Zeit sehr moderat. Oben angekommen bestaunten wir den in einiger Entfernung liegenden Gletscher und machten Pause. Es gab ein Schild, was besagte, dass das Ende des Wanderweges erreicht ist und die Wege ab diesem Schild nicht mehr gepflegt werden. Zwei Leute machten uns jedoch darauf aufmerksam, dass man noch eine Runde machen kann, die näher an den Gletscher und zu einem kleinen Plateau führt. Da der Weg aber ziemlich steil und abenteuerlich aussah und wir von gestern doch noch ein wenig kaputt waren entschieden wir uns dagegen diese Runde noch zu gehen, vor allem da man die Leute die darauf gingen nur noch als kleine Punkte sah und wir davon ausgingen, dass es doch noch weiter ist als es aussieht. Dann unterhielten wir uns mit welchen, die gerade von dieser Runde kamen und total begeistert waren. Also Rucksäcke auf und den vermeintlichen Weg im gefühlten 90 Grad Winkel nach oben. Der Weg war wirklich sehr abenteuerlich. Eigentlich kann man ihn auch gar nicht wirklich als Weg bezeichnen. Aber wir kamen tatsächlich ein weiteres Mal oben an und bekamen einen exklusiveren Blick auf den Gletscher und auch auf die Landschaft drum herum. Der Aufstieg hatte sich tatsächlich gelohnt und ja auch, trotz der Anstrengung, Spaß gemacht. Oben war natürlich erstmal wieder eine Pause angesagt. Der Weg nach unten war dann fast noch abenteuerlicher, da es auf dem schotterigen „Weg“ teilweise sehr steil nach unten ging. Irgendwann hatten wir aber auch das geschafft und wir kamen wieder auf dem regulären Weg an. Den ging es runter dann relativ schnell und nach fünf Stunden kamen wir dann wieder am Auto an und es ging weiter Richtung Banff. Dort ging es abends dann noch zum Mexikaner. Wenn wir schon nicht ins Fischers können, dann zumindest ein kleiner Ersatz ;-). Das war natürlich ganz anders aber auch sehr lecker.
In Banff blieben wir nur eine Nacht und brachen heute morgen nach Jasper auf. Damit geht es dann bald weiter…

P.S.: Wir freuen uns immer sehr über die tollen Kommentare. Das zeigt uns, dass wir den Blog nicht nur für uns schreiben, sondern es auch ein paar interessierte Leute gibt, die sich über unsere Beiträge freuen. Danke!

2 Gedanken zu „Kootenay National Park

  1. Katherina

    Schade, dass die Internetverbindungen da immer nicht so gut sind. Ich bin auf noch mehr Bilder gespannt! Ich hoffe ihr habt es versucht festzuhalten, wie diese steilen engen Wege aussehen!
    Und: ich mag das Bild vom Bären sehr 🙂

    Liebe Grüße und gute Nacht für euch,
    Katha

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  2. Lotti

    Ich habe die ganze Zeit so gebannt gelesen, dass ich gar keine Kommentare geschrieben habe 😉

    Hoffentlich gibt es noch mal einen ausführlicheren Reisebericht, wenn ihr wieder da seid.
    Mit noch mehr Fotos!!!!

    Bis dahin: Genießt es in vollen Zügen 🙂

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