Lake Louise

In Lake Louise (Banff National Park) angekommen (von Field aus überigens nur 25km entfernt) haben wir uns zunächst erst mal eine Unterkunft gesucht. Untergekommen sind wir in einer total schönen, gemütlichen Blockhütte, in der wir es uns die letzten Tage gemütlich gemacht haben. Nachdem wir diese schöne Unterkunft sicher hatten, schauten wir uns ein bisschen die Umgebung an. Den Lake Louise kannten wir zwar schon (da hatten wir beim letzten Mal diese tolle Wanderung zum Tea House und den Gletschern gemacht) aber er ist auch immer wieder nett anzuschauen. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Gegend und ließen es nach der gestrigen anstrengenden Wanderung ein bisschen ruhiger angehen. Danach ging es noch zum Moraine Lake, wo wir uns ebenfalls ein bisschen umsahen und die Landschaft genossen. Dort hat es uns ebenfalls gut gefallen. Diese türkisfarbenden Gletscherseen sind immer wieder unglaublich. Am späten Nachmittag wurde dann nur noch eingekauft, Infos am Visitor Center eingeholt und, das muss hier doch auf jeden Fall erwähnt werden, abends haben wir tatsächlich selber gekocht und es uns in unserer Hütte gemütlich gemacht.

Den nächsten Tag war absolute Ruhe angesagt. Wir verließen erst am späten Nachmittag unsere Unterkunft und legten mal einen absoluten Ruhetag ein. Das war auch sehr schön!

Nun stand aber auch mal wieder eine Wanderung an. Vom Moraine Lake aus ging es los und wieder mal steil nach oben. Ulfs Theorie ist, dass die Wanderwege hier in Kanada alle so los gehen, damit die Touristen, die noch nie in ihrem Leben gewandert sind und das jetzt mal machen wollen gleich abgeschreckt werden :-). Wir ließen uns natürlich nicht abschrecken und brachten erneut einige Höhenmeter hinter uns. Ich habe mich in so kurzer Zeit bei einer Wanderung glaub ich noch nie so oft umgezogen. Los gewandert waren wir nämlich mit Regenhose und Regenjacke, da es ziemlich stark geregnet hatte. Auf dem Weg nach oben hörte es zum einen auf zu regnen und zum anderen wurde es ziemlich warm, also zunächst mal Regenjacke aus; es wurde noch wärmer: Regenhose aus; es wurde noch wärmer, fing aber wieder leicht an zu regnen: Fleece aus, Regenjacke an…oh man. Nachdem wir oben angekommen waren, wurde auch hier erst mal gefrühstückt (Unterbrochen von einem heftigen Regenschauer: Regenhose wieder an :-)). Um die Spannung vorwegzunehmen :-): den Rest des Weges blieb es trocken und ich zog nur noch mein Fleece wieder an, da es dann wieder kälter wurde und irgendwann die Regenhose wieder aus. Jetzt aber weiter im Text: Nach unserem Frühstück ging es dann tatsächlich nicht mehr bergauf und wir gingen einen schönen Weg am Berghang entlang mit wundervollem Blick auf die Berge. Daran kann man sich echt nicht satt sehen. Am Wegesrand waren einige schöne Blumen zu entdecken und irgendwann trafen wir auch wieder auf Schnee. Diesmal sind wir jedoch bei der Überquerung der Schneefelder nicht eingesunken, es war nur teilweise ziemlich rutschig. Dies bewältigten wir aber auch und kamen dann auch an unserem Ziel dem Lake Eiffel an. Wie ihr bemerkt, bewegen wir uns hier von See zu See. Dieser hier ist aber auch ziemlich schön. Ein kleiner klarer Bergsee, in dem sich die Berge spiegeln, sehr idyllisch. Dort legten wir noch eine schöne Picknickpause ein und genossen mal wieder. Dann machten wir uns langsam auf den Rückweg, der uns auch noch mal neue schöne Perspektiven offenbarte. Alles in allem eine sehr schöne Wanderung. Danach ruhten wir uns aus und dann ging es noch zum Abendessen und so neigte sich schon wieder ein weiterer Tag dem Ende zu.

Am nächsten Tag war Rafting angesagt. Dazu mussten wir zwar wieder ein Stück westwärts und somit zurück fahren aber das war es wert. Zunächst bekamen wir eine kurze Einführung, bei der uns unter anderem mitgeteilt wurde auf was für eine „Erfrischung“ wir uns einlassen: der Kicking Horse River ist nämlich nur 4 Grad kalt. Danach wurde uns noch erklärt, was wir alles gegen die Kälte bekommen und wie es angezogen wird. Wir wurden nämlich in ein Neoprenanzug mit dazugehörigen Schuhen gesteckt. Darüber kam ein Fleece, dann noch eine Regenjacke und darüber dann noch die Rettungsweste und einen Helm bekamen wir auch noch; die beiden letzteren weniger gegen die Kälte als für die Sicherheit. Dann ging es mit alten Schulbussen zum Fluss runter und dort bekamen wir dann eine Einweisung, was zu tun ist, wenn wir über Bord gehen und welche Kommandos wir dringend zu befolgen haben, damit das nicht passiert. Dann ging es los: zunächst saßen wir hinten und konnten uns alles erst mal mehr oder weniger entspannt anschauen, alle Kommandos wurden noch mal in dem seichten Bereich geübt und dann ging es langsam los mit den Stromschnellen. Ich hätte irgendwie nicht gedacht, dass man dabei sooo extrem nass wird: das Wasser schwappte teilweise komplett über uns, das Boot lief voll und das kalte Wasser lief in jede Ritze. Da half dann auch der Anzug, Fleece und Regenjacke nichts mehr. Es war echt ziemlich kalt! Ulf steckte das kalte Wasser um einiges besser weg und genoss das Ganze in vollen Zügen. Er hätte noch stundenlang so weiter raften können. Nachdem wir eine ein kilometerlange Stromschnelle hinter uns gebracht hatten, bei der wir ziemlich nass geworden waren, wechselten unsere Vierergruppe von hinten nach vorne und auch die Paddler wurden durchgetauscht und wir waren dran. Nun war es nicht mehr ganz so kalt, da man sich bewegte aber man musste sich auch mehr darauf konzentrieren bei den Turbulenzen nicht aus dem Boot zu fallen. Und: vorne wird man natürlich noch mal viel nasser. Ich dachte, dass das gar nicht geht aber das kalte Wasser kannte kein erbarmen :-). Als dann zum Ende hin der Guide meinte, wer jetzt noch kurz im Fluss schwimmen gehen möchte kann das gerne tun, man muss sich nur gut am Boot festhalten, hielt ich das erstmal für einen guten Scherz. Aber wir ihr euch vielleicht denken könnt, meinte er das tatsächlich ernst und Ulf sprang ohne zu zögern in den kalten Fluss rein. Ich blieb dann lieber mal im Boot. Irgendwer musste dann die Schwimmer ja auch wieder ins Boot ziehen, das war gar nicht so einfach. Danach hieß es nur noch landen, Boote auf die Anhänger und dann ging es schnell mit den Schulbussen wieder zur Basis zurück. Dort zogen wir uns wieder um und dann gab es auch noch heiße Schokolade zum Aufwärmen, dazu Cookies und Wassermelone. Danach ging es mir schon viel besser. Das war wirklich ein tolles Erlebnis nur ein bisschen wärmer hätte es für meinen Geschmack sein können.

Dann sind wir auch schon beim gestrigen Tag angekommen, an dem wir unsere schöne Unterkunft in Lake Louise verließen und uns auf den Weg in den Kootenay National Park, nach Radium Hot Springs, aufmachten. Damit geht es dann im nächsten Bericht weiter :-).

2 Gedanken zu „Lake Louise

  1. Reni

    Danke für die phantastischen Bilder und die Worte.
    Was seid Ihr doch mutig, und Ulf ist noch mutiger.
    Genießt weiterhin.
    Ganz liebe Grüße
    Reni

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  2. Marion

    Liebe Reisende, was für erlebnisreiche Flitterwochen habt ihr geplant und was für ein großartiger Urlaub voller Abenteuer ist das! Vielen Dank, daß ihr uns an euren Erlebnissen weiterhin so großzügig teilhaben lasst. Ich wünsche euch noch viele schöne Tage im fernen Kanada und uns den einen oder anderen Bericht (gerne auch mehr!) samt Fotos dazu. Lasst es euch weiterhin richtig gut gehen! Ganz liebe Grüße oder auch
    „Hjertelig hilsen fra Danmark“ – heute ist St. Hans Aften u es wird am Strand mit Lagerfeuer, Musik etc der morgige Johannistag eingeläutet.
    Marion

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