Glacier und Yoho National Park

Von Revelstoke aus ging es zunächst erstmal in den Glacier National Park. Dort machten wir einen Stopp für eine Wanderung. Die Wanderung führte uns die erste Zeit in einem sehr schönen Wald an einem Gletscherfluss entlang stetig nach oben. Mit steigender Höhe wurde auch der Weg immer steiler und es wurde ganz schön anstrengend. Aber die Anstrengung wurde am Ende des Weges mit einem atemberaubenden Blick auf die Berge, Gletscher und das Tal belohnt. Wir machten dort oben ein kleines Picknick und genossen die tolle Aussicht. Das ist echt ein Klischee aber es ist wirklich unglaublich wie klein man sich fühlt, wenn man auf diese weite Landschaft blickt. Toll! Nach drei Stunden kamen wir glücklich wieder am Auto an und die Fahrt ging weiter in den Yoho National Park nach Field. Field war etwas kleiner als erwartet (mehr als 200 Einwohner hat das Örtchen eher nicht) aber wir bekamen glücklicherweise noch eine schöne Unterkunft für die nächsten drei Nächte. Puh! Dann gab es an dem Tag noch ein Abendessen und dann ging es auch schon in die wohlverdiente Nachtruhe.
Am nächsten Tag machten wir uns auf zum Emerald Lake. Dort schauten wir uns ein wenig um und wagten uns dann mit einem Kanu auf den See hinaus. Das war wirklich sehr schön. Man hatte von dort aus so viele verschiedene Perspektiven und jede war schöner als die andere. Das war wirklich eine tolle Alternative zur Seeumrundung (man hatte auch einen viel freieren Blick) und total entspannend. Nach unserer zweistündigen Tour, nahmen wir noch ein frühes Abendessen oder spätes Mittagessen mit schöner Aussicht direkt am See ein. Dann ging es mit einem kurzen Stopp an der Natural Bridge wieder zurück zur Unterkunft. Dort ließen wir den Abend noch in der Hängematte liegend und mit ganz viel Ruhe ausklingen. Wie ihr seht/lest lassen wir es uns hier echt gut gehen :-).
Am nächsten Morgen war frühes Aufstehen angesagt, denn wir wollten mal wieder wandern. Also ging es mit dem Auto los zu den Takakkaw Falls und von dort aus zu Fuß weiter. Wir hatten uns den Iceline Trail vorgenommen. Auf diesem Weg brachten wir in kürzester Zeit einige hundert Höhenmeter hinter uns. (Wir dachten schon bei der Wanderung im Glacier National Park ging es steil bergauf.) Wir kamen ganz schön ins schwitzen aber auch hier belohnte uns der Ausblick wieder tausendfach. Wir konnten die Wasserfälle von immer weiter oben betrachten und kamen auf die Höhe der umliegenden Berge. Irgendwann konnte man dann auch den Gletscher sehen aus dem der Wasserfall gespeist wurde und wir freuten uns über den ersten Schnee. Uns wurde schon gesagt, dass der Weg „a little bit snow covered“ ist aber das schreckt uns ja nicht ab, eher im Gegenteil. Als wir uns oben wähnten haben wir erstmal gefrühstückt und den tollen Ausblick genossen. Echt unglaublich plötzlich auf der Höhe der Berge zu sein, die man vorher von unten bestaunt hat. Nach dem Frühstück ging es weiter und man glaubt es kaum, aber es ging wirklich noch weiter nach oben. Serpentinenartig schlängelte sich der Weg weiter nach oben und die Ausblicke veränderten sich und man konnte immer mehr entdecken. Außerdem führte der Weg immer wieder durch einzelne Schneefelder. Je höher wir kamen, desto größer wurden die Schneefelder, die wir durchquerten und wir verstanden langsam, dass die Kanadier nicht das gleiche unter „a little bit snow covered“ verstanden wie wir. Vor allem da wir immer wieder bis zur Hüfte in den Schnee einbrachen. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die Wanderung dadurch um einiges anstrengender wurde als gedacht. Wir hatten immer noch die Hoffnung, dass die Schneefelder bald weniger werden würden und nach einer kleinen Stärkung kämpften wir uns weiter. Die Landschaft um uns herum war einfach wunderschön, wir gingen an schneebedeckten Gletschern vorbei und genossen immer wieder diesen sensationellen Ausblick. Als nach vier Stunden Wanderung kein Schneeende in Sicht war und es auch echt anstrengend wurde immer wieder mit einem ganzen Bein im Schnee zu verschwinden (am Anfang war das ja noch lustig), der Weg noch höher in die Schneefelder ging und wir auch die Fußspuren verloren hatten, denen wir bisher folgen konnten, entschieden wir uns um zu drehen. Das war zwar sehr schade, da wir natürlich gerne den Weg weiter gegangen wären aber wir hatten trotzdem eine tolle ereignisreiche Wanderung, die ja nun auch noch nicht zu Ende war. Denn obwohl wir uns vorher noch einig waren, dass wir durch diesen Schnee auf gar keinen Fall wieder zurück wollen, machten wir uns nun auf den anstrengenden Weg zurück durch die Schneemassen. Doch auch das schafften wir und waren nach einiger Zeit wieder im schneefreien Bereich angekommen. Dort wurde erneut ein Picknick eingelegt und dann haben wir den weiteren steilen Weg nach unten angetreten. Müde aber glücklich kamen wir nach einer langen Wanderung am Auto an und schnellstmöglich ging es zu unserer Unterkunft für ganz viel Ruhe und ein leckeres Abendessen.
Nun war wieder ein Ortswechsel angesagt. Heute morgen ging es nach unserem ersten richtigen kanadischen Frühstück mit Eiern und Hasbrowns nach Lake Louise und damit geht es im nächsten Bericht weiter.

 

4 Gedanken zu „Glacier und Yoho National Park

  1. Katherina

    Hallo ihr 2!
    Das hört sich sehr gut an! Nina, falls du mal ein Fotobuch machen solltest, solltest du auf alle Fälle deine Texte auch mit dazu schreiben! Man möchte glatt wandern gehen oder sich sofort ins Flugzeug setzen… 😉
    Bis bald!

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  2. Campe,Iris

    Hallo ihr Zwei,

    schön von euch zu hören.

    Nachdem ich deinen Bericht gelesen habe Nina; steht nun fest: Ich möchte mal nach Kanada!!!!!!
    Einfach toll!
    Viel Spaß und tolle Erlebnisse nioch für euch.

    Lieben Gruß, Iris

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  3. Reni

    Die Bilder sind toll und lassen glaube ich, nur ein bißchen von der wirklichen Weite erahnen.
    Deine Worte, Nina, sind genauso toll und ich habe Lust bekommen auf mehr. Eine schöne Zeit euch Beiden.
    Liebe Grüße
    mama

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  4. Richard und Katrin

    Liebe Nina, lieber Ulf, wir haben gerade Euren Bericht genossen – toll, liebe nina, dass Du nach den Anstregungen noch soviel schreiben kannst. Hier war heute ein schöner Sommertag, schöne Abwechslung nach kürzlich 10° C . Wir wünschen Euch weiter schöne Erlebnisse und gutes Gedeihen und freuen uns auf Eure Rückkehr und Erzählungen. Liebe Grüße Ma Pa

    PS Griechenland nervt!

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