We drive on the right side: left!

Hallo ihr Lieben,

wir sind am Samstag gut in unseren 8-tägigen Urlaub in Schottland gestartet. Die Überschrift sagt schon, was uns, zumindest am Anfang, am meisten beschäftigt hat. An das Fahren auf der linken Seite muss man sich echt gewöhnen. Dann sind die Straßen in den Highlands auch noch ziemlich schmal und man muss immer damit rechnen, dass plötzlich ein Schaf auf der Straße steht :-). Aber ein paar Tage hatten wir ja nun schon Zeit uns daran zu gewöhnen und dann klappt das auch ganz gut und man denkt nur noch sehr selten „Ah, warum kommt der mir auf meiner Spur entgegen!“.

Ansonsten haben wir die Tage bisher sehr gut verbracht und hatten einen wunderschönen Urlaub. Den Samstag sind wir am frühen Abend in Edinburgh gelandet, haben unseren Mietwagen abgeholt und sind erstmal nach Stirling gefahren, wo wir dann auch übernachtet haben. Dort haben wir den sonnigen Abend noch mit einem Stadtspaziergang ausklingen lassen.

Am nächsten Tag haben wir uns Stirling noch mal genauer angeschaut, wir waren im Schloss und sind durch die Altstadt gebummelt. Gegen Mittag ging es eine sehr schöne Strecke lang nach Fort William, wo wir die Nacht verbrachten.

Am darauffolgenden Tag war Wandern angesagt. Schon auf dem Weg zu unserem Startpunkt war viel zu sehen. Dann ging es den steinigen, nassen und teilweise steilen aber sehr schöne Weg zu einem tollen Wasserfall in einem beeindruckenden Tal. Um direkt zu dem Wasserfall zu kommen, mussten wir eine sehr abenteuerliche Brücke überqueren. Diese bestand aus einem Seil für die Füße und jeweils einem Seil für die Hände. Nachdem der Hinweg etwas wackelig war, waren wir beim Rückweg schon ein bisschen geübter. Auf jeden Fall war es sehr spannend und wir sehr froh, nachdem wir beide trocken wieder auf der sicheren Seite waren :-). Nach dieser tollen Wanderung fuhren wir weiter nach Fort Augustus, wo wir übernachteten.

Da es den Tag vorher so schön war, wollten wir auch an diesem Tag wandern. Wir fuhren also erstmal los am Loch Ness entlang, um dann auf der Hälfte unsere Wanderung zu beginnen. Diese sollte einen „kleinen“ Berg hinaufgehen, glich für uns dann aber irgendwann eher der Besteigung des Mount Everest :-). Nachdem es zunächst gemütlich an einem beschaulichen Fluss entlang ging und zu einem kleinen Hügel hinauf (sind wir schon da?), ging es erst richtig los. Wir sahen einen schneebedeckten Berggipfel in der Ferne, der wohl unser endgültiges Ziel sein sollte. Also ging es los…trocken waren die Wege ja die ganze Zeit nicht aber es wurde auch nicht besser. Wir umhüpfen, umsprangen, umkletterten und umrundeten die Pfützen und Flüsse, die uns immer wieder im Weg waren. Apropos Weg…den gab es auch nicht so wirklich. Teilweise gingen wir in einem Weg, der aber zu einem kleinen Flüsschen geworden war oder umgekehrt…Außerdem lagen überall größere und kleinere Steine herum.

Achja, sehr steil nach oben ging es außerdem noch. Ich war auf jeden Fall froh, dass ich meinen Schuh am Ende noch hatte, da ich ein paar Mal im Matsch stecken geblieben bin :-). Nachdem uns ein paar Mal der Mut fast verlassen hatte, packte uns doch noch der Ehrgeiz und wir bestiegen den Gipfel. Wir wurden belohnt mit einem wunderschönen Ausblick, es hatte sich also gelohnt und den Schnee hatten wir in Deutschland ja auch schon vermisst, da mussten wir uns doch noch mal ein bisschen Erinnerung zurückholen :-). Nachdem wir den Rückweg wieder hüpfend und springend gemeistert hatten, kamen wir geschafft aber glücklich am Auto an. Wir hatten sogar noch so viel Kraft, dass wir uns die Burgruine Urquhart am Ufer des Loch Ness anschauten. Danach ging es weiter nach Inverness, wo wir unsere Unterkunft aufsuchten. An diesem Tag ging es dann nach dem Essen noch zum Schloss in Inverness und wir liefen noch ein wenig in der Stadt und am Kanal entlang. Dies war ein sehr ereignisreicher, schöner aber auch anstrengender Tag.

Und dann sind wir auch (schon) beim heutigen Tag angelangt. Heute haben wir das Schlachtfeld von Culloden besucht. Dort hat im 18 Jhd. die letzte Schlacht zwischen den Engländern und den Jakobiten (Schotten) stattgefunden, in der die Schotten vernichtend geschlagen wurden. Eine spannende Ausstellung brachte uns die Ereignisse, wie es zu dieser Schlacht kam und den kurzen Verlauf der Schlacht nah. Danach ging es zum nächsten geschichtsträchtigen Ort nach Fort George, eine Festung, die nach der Schlacht von Culloden zum Schutz von den Engländern erbaut wurde und noch vollständig erhalten ist. Sie wird sogar noch heute als Militärstützpunkt genutzt, kann jedoch auch besichtigt werden. Nach diesen Besichtigungen ging es wieder durch schöne Landschaften bis nach Kingussie, wo wir heute übernachten.

Wir hatten bisher eine sehr schöne Zeit in Schottland! Morgen geht es nach einem Besuch im Freilichtmuseum dann nach Edinburgh, wo wir die restlichen Tage bis Sonntag unseres kurzen Urlaubes verbringen.

8 Gedanken zu „We drive on the right side: left!

  1. Reni

    Hallo Ihr Beiden,

    das hört sich wirklich sehr, sehr gut und erlebnisreich an.
    Wer immer das geschrieben hat, sollte Reiseschriftstellerin werden.

    Ich wünsche Euch Beiden eine schöne Zeit und noch weitere Berichte.

    Liebe Grüße
    Reni

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  2. richard onnen

    Liebe Nina, lieber Ulf,

    soeben habe ich den blog entdeckt und sofort von Anfang an bis zum Schluß in eins gelesen:
    sehr anschaulich, informativ und ein schönes Dokument einer gelungenen Unternehmung!
    Die schönen Bilder machen Lust auf mehr …
    Weiter gute Reise und glückliche Heimkehr!

    Liebe Grüße
    Papi / Richard

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  3. Marion Jobst

    Euer Blog liest sich sehr gut! Toller Urlaub, freue mich auf mehr Fotos und Geschichten bei einem gemütlichen Abendessen o.ä. in good old Germany. Habe übrigens gestern grad Braveheart geguckt, bin also auch auf eurem Schlachtfeld gewesen..oder jedenfalls auf dem als solchen bezeichneten Drehort. Ganz viel Spaß weiterhin und trinkt einen ordentlichen Schluck guten schottischen Whisky für mich mit! Ganz liebe Grüße, Marion.

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    1. Ulf

      In der Tat war der Drehort von Braveheart zwischen Fort William und der Wasserfall-Wanderung. – Die Quidditch-Arena von Harry Potter übrigens auch. Von beiden ist aber nicht mehr viel zu sehen…
      Heute Abend gab es zum Nachtisch einen Ledaig – sehr, sehr rauchig! Geschmeckt hat der trotzdem.

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  4. Lotti

    Eine total tolle Idee. Ich wünsch euch noch ein paar tolle letzte Tage und freu mich aber auch schon, wenn ihr wieder da seid 🙂

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  5. Otto

    Wir haben erst heute – wieder zuhause – den Hinweis und anschließend den Bericht gelesen. Wenn die auf der richtigen Seite fahren würden, wären wir ja vielleicht auch schon mal in den „highlands“ gewesen. Euer Bericht dämpft entsprechende Reiselust ganz und gar nicht! 😉 Jetzt sind wir gespannt auf den Bericht über den weiteren Verlauf Euerer Reise.

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